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Ausschuss III

Ausschuss III: Neue Arbeitswelt und Gesellschaft


Kontrovers diskutiert wurde am Anfang noch nicht

"Es geht darum, dass auch Hausarbeit als richtige Arbeit anerkannt wird!" Melanie blickt erwartungsvoll in die Runde und findet Zuspruch. Marco setzt sich an den Laptop und fügt den Punkt in die Liste der Forderungen ein, die per Beamer direkt auf die Leinwand projiziert werden. Langsam nimmt die Resolution der Jugendlichen Gestalt an, aber viele sind mit bestimmten Punkten noch nicht zufrieden. Also wird weiter debattiert.

Seit neun Uhr morgens sitzen die 21 Abiturienten und Studenten in dem kleinen Seminarraum im gewaltigen Komplex des Berliner Paul-Löbe-Hauses zusammen, um über die ™Zukunft der Arbeit und Gesellschaft¤ zu diskutieren. In der Runde sitzend, besprechen sie die verschiedenen Facetten der Thematik und versuchen, ihre Fragen in konkrete politische Lösungen zu übersetzen. Argumente werden präsentiert, Auswege vorgeschlagen und am Schluş wird per Handzeichen abgestimmt - eben genauso, wie die richtigen Ausschüsse im deutschen Bundestag arbeiten, die die Abstimmungen im Parlament vorbereiten.

Am Vortag hatte sich die Gruppe erst einmal kennengelernt und sich in das Thema eingearbeitet. Um sich die Arbeit zu teilen, wurden erst einmal fünf Unterausschüsse gegründet zu den Themen Flexibilität, Arbeitslosigkeit, Globalisierung, Haushaltsarbeit und Lebenslanges Lernen. Bei Lebkuchen und Spekulatius besprachen die Gruppen über vier Stunden lang die Problematik, tauschten Wissen aus und notierten Standpunkte.

Die erste Sitzung beschränkte sich auf das Faktensammeln. "Kontrovers diskutiert wurde am Anfang noch nicht", erzählt Pauline aus Lyon. Die 22jährige Politik-Studentin ist zufrieden mit den Ergebnissen ihrer Gruppe, und findet das Thema schon aus privaten Gründen sehr spannend. "Ich bin bald mit meinem Studium fertig, mache jetzt ein Praktikum und muss mir dann einen Job suchen", erzählt sie. Beim Jugendparlament möchte sie "Gelerntes umsetzen und ein bißchen mehr Praxis erleben". Bisher zeigt sich die Französin zufrieden, es laufe bisher alles gut.

"Gerade für die Jugend ist das Thema Arbeit eine wichtige Angelegenheit", sagt Ruth- Anna Wakenhut. Die 26jährige Studentin aus Berlin leitet die Ausschussarbeit zusammen mit dem 25jährigen Marco Herold aus Potsdam. "Arbeit ist für die meisten Menschen der zentrale Punkt, mit dem sie sich identifizieren. Deshalb ist auch die Arbeitslosigkeit so eine Katastrophe", erklärt Marco. In Zukunft wird sich der Arbeitsmarkt entschieden wandeln, die Zahl der prekären Beschäftigungen nimmt zu. "Wir erleben einen Gestaltwandel der Arbeitswelt", erzählt Marco, und Ruth-Anna fügt hinzu: "Entscheidend wird sich auch die Flexibilisierung der Arbeitszeiten auf die Gesellschaft auswirken."

Welche Antworten und Lösungen der Ausschuss gefunden hat, wird sich bei der Plenarsitzung zeigen, auf der alle Teilnehmer über konkrete Anträge abstimmen können.


Andreas Menn